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Rubrik: News
Nachrichtenagentur dpa schreibt erstmals Verlust
Sinkende Zeitungsauflagen und Kundenschwund drücken auf Bilanz (25.6.2008)
Hamburg (pte/25.06.2008/13:57) - Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat im Kerngeschäft erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Betriebsv erlust schreiben müssen. Wie der Konzern heute, Mittwoch, bekannt gab, hab en schrumpfende Umsätze im Geschäft mit Zeitungen und Rundfunkans talten im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem operativen Verlust von 100.000 Euro geführt. "Der Konzern hat gut gearbeitet. Hierbei profitieren wir v or allem von unseren Tochtergesellschaften. Dennoch gehen die Zeitungsauflagen zurück", sagt dpa-Sprecher Justus Demmer gegen über pressetext. Noch 2006 hatte Deutschlands größte Nachrichtenage ntur einen Betriebsgewinn von über einer Mio. Euro. Laut Demmer konnte man nic ht wie bisher den durch sinkende Zeitungsauflagen verursachten Erlösr ückgang durch neue Kunden wettmachen.
Mit den präsentierten Geschäftszahlen scheint das Unternehmen seine bisherige Talfahrt fortzusetzen. So fiel der Umsatz im vergangenen Jahr um knapp zwei Prozent auf 93,8 Mio. Euro - und dass, obwohl zwei Tageszeitungen zurückgewonnen werden konnten, die der Agentur zwischenzeitlich gekündigt hatten. Wie die Financial Times Deutschl and berichtet, konnte auch das lange Zeit als Hoffnungsträger des Konze rns gesehene Internetgeschäft das Schrumpfen der Umsätze mittelfri stig nicht ausgleichen. Nur dank ihrer Tochterunternehmen verbuchte die dpa unter dem Strich einen Überschuss von 4,4 Mio. Euro. Diese führten 6 ,2 Mio. Euro an die Muttergesellschaft ab. Verglichen mit dem Vorjahr sind dies fast 20 Prozent mehr. Zur Konzerngruppe zählen unter anderem Dienstleister wie "news aktuell", der Mitteilungen fremder Auftraggeber verbreitet, und die Wirtschaftsnachrichtenagentur "dpa-AFX".
Obwohl die dpa-Unternehmensgruppe ihre Monopolstellung trotz der schlechten Zahlen nicht geschwächt sieht, trifft die Konkurrenz dur ch private Nachrichtenagenturen und Angebote des Nachrichten- und Finanzdatenanbieters Thomson Reuters das Unternehmen schwer. Nur wegen eines einmaligen Steuereffekts, der der dpa 2006 noch einen Übersch uss von 6,3 Mio. Euro bescherte, geriet man damals noch nicht in die roten Zahlen. Das Unternehmen hat angekündigt, hohe Investitionen tä tigen zu wollen. "Ich erwarte für das laufende Jahr ein positives Ergebnis", unterstreicht Demmer auf Nachfrage von pressetext. Den Optimismus f ür eine solche Entwicklung nimmt die Gesellschaft dabei vor allem von der wachsenden Bedeutung des Auslandsgeschäfts.
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